Quecken­berger Gelöbnis­prozession

Während einer Sonntagsmesse im Jahre 1944 legte die Gemeinde Queckenberg folgendes Gelöbnis ab:

„Wenn Queckenberg nicht durch Artillerie zerstört wird und die Bewohner von der anrollenden feindlichen Front nicht vertrieben werden, so wird die Pfarrgemeinde, solange sie besteht, alljährlich am 19. März, dem Hochfest ihres Kirchen- und Pfarrpatrons, des hl. Josef, seine Statue auf den Schultern der Männer durch die Gemeinde tragen.“

Im Jahre 1945 kurz nach Kriegsende erfüllte die Gemeinde zum ersten Mal ihr Gelöbnis: Die Statue des hl. Josef wurde während der Fronleichnamsprozession auf den Schultern der Männer durch die Gemeinde getragen.

Die Josefsprozession, die seit 1945 jedes Jahr durch die Gemeinde zieht, ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil im Kirchenjahr in Queckenberg – ein Festtag, der uns gerade in der heutigen Zeit daran erinnert, dass wir dankbar für den Frieden in unserem Land sein müssen.

Queckenberger St. Josefs-ProzessionDie Fronleichnamsprozession in Queckenberg war 2015 für den kleinen Kirchort etwas ganz Besonderes: Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Gelöbnisprozession wurde sie begleitet von der Statue des hl. Josef. Den Auftakt bildete die heilige Messe in der kleinen Kirche St. Josef Queckenberg. Die Fronleichnamsprozession führte anschließend durch den Ort und machte dabei Halt an den drei festlich geschmückten Altären. Der sakramentale Segen wurde am letzten Altar am Kindergarten erteilt. Musikalisch wurde sowohl die hl. Messe als auch die Prozession von den Steinbach-Hardt-Bläsern begleitet.

Dieser Festtag wurde durch die einzelnen Dorfvereine tatkräftig unterstützt – während der Prozession, aber auch bei der Durchführung des Kirchfestes. Die Feuerwehr, die Karnevalsgesellschaft, der Sportverein, der Gesangverein und ganz besonders der Junggesellenverein trugen zum Gelingen bei. Sogar unsere diesjährigen Kommunionkinder hatten eine wichtige Aufgabe während der Prozession. Mit Schellen kündigten sie das Kommen des Allerheiligsten an und unterstützten damit die Messdiener.

Nach der Prozession wurde in der Madbachhalle mit einem deftigen Mittagessen und anschließendem Kaffee und Kuchen gefeiert. Bilder von früheren Prozessionen und Auszüge aus der Pfarrchronik von den letzten Kriegsjahren schmückten die Wände. Sie förderten den regen Austausch von Erinnerungen der unterschiedlichen Generationen.

Elisabeth Kolvenbach